Das geistliche Wort

„Als die Zeit erfüllt war...“ (Galater 4,4)

 

..sandte Gott seinen Sohn. Christus wurde als Mensch von einer Frau geboren….“ Das war´s auch  schon mit Weihnachtsgeschichte bei Paulus. Kurz und knapp. Sta/dessen hebt der Apostel eins hervor:  Go! bestimmt den Zeitpunkt. Er entscheidet, wann es richtig ist zu handeln. Zu der von Gott festgesetzten Zeit sandte er seinen Sohn.   Objektiv können Historiker (wie z.B. Axel Schwaiger: Geschichte und Gott) nachvollziehen, warum die Zeit des römischen Reiches unter Kaiser Augustus besonders günstig war für die Geburt des Retters der Welt:

 

- Die Juden warteten seit Jahrhunderten auf den Messias, der ein Reich der Gerechtigkeit und des Friedens aufrichten sollte.

 

- Unter den Nichtjuden wuchs trotz einer Vielzahl von Religionen eine starke Sehnsucht nach persönlicher Erlösung. Die Gebildeten suchten Antworten eher in der Philosophie (z.B. der Stoa). Andere suchten Trost in neuen, z.T. exotischen Kulten und sog. Mysterienreligionen. Doch offensichtlich konnten menschengemachte Religionen und Philosophien die Sehnsucht in Vielen nicht stillen.

 

- Verkehrstechnisch war das römische Reich optimal vernetzt. Von Britannien bis Persien, von Xanten bis Nordafrika gab es gute Straßen. Die Weltsprache war griechisch, dann lateinisch.  Niemals zuvor und danach hat es im Verhältnis zur Bevölkerung (des röm. Reiches!) so viele Juden gegeben, etwa 2 % (heute 0,2% der Weltbevölkerung). Missionare wie Paulus verkündigten die Christusbotschaft zuerst in den Synagogen, wo nicht nur Juden, sondern auch „Gottesfürchtige“ aus der übrigen Bevölkerung beteten.

 

Erstaunlich! In weniger als drei Generationen wurde das Evangelium in der ganzen damaligen Welt und darüber hinaus bekannt.  Christliche Gemeinden wuchsen trotz Anfeindung und Verfolgung. Ihre gelebte Liebe, auch zu ihren Feinden, überzeugte und war anziehend – wie heute in den meisten Regionen der Welt auch. Überhaupt, manche Parallelen zu heute überraschen mich! Gott bestimmt den Zeitpunkt.  Diese Einsicht stellt sich meist im Nachhinein ein. Persönlich habe ich dies mehrmals erfahren. Wie oft habe ich Gott mit Wünschen bestürmt und war enttäuscht, wenn er so offensichtlich gar nicht auf meine Gebete reagierte. Jahre später und oft anders als erhofft hat Gott gehandelt und zum Guten gelenkt. Ich habe lernen dürfen, ihm die Wahl des Zeitpunktes und der Mittel zu überlassen. Und wenn überhaupt nicht eintritt, was ich erbeten habe, wird Gott seine Gründe dafür haben. Dieser Gedanke hat mich in Enttäuschungen vor Bitterkeit bewahrt. Er macht mich auch heute bereit, Gottes Wege zu akzepteren, weil er mein Bestes will! Ich möchte bereit sein, auf seinen Wegen zu gehen und nicht darauf bestehen, was ich haben oder sein möchte.  Gott bestimmt den Zeitpunkt.

 

Ein gesegnetes Jahr 2020 wünscht

 

Joachim Grubert

 

Druckversion Druckversion | Sitemap
© Evangelische Kirchengemeinden Volpertshausen-Weidenhausen und Vollnkirchen