Beginn des neuen Kirchenjahres 

 

Der Wochenspruch aus dem Prophetenbuch Sacharja 9,9b lautet:


„Siehe, dein König kommt zu Dir, ein Helfer und ein Gerechter.“

 

 

Liebe Christen und alle, die Ihr diese Andacht lest!
Wir alle haben uns auf die vorweihnachtliche Adventszeit gefreut. Familie und Freunde treffen,
einen Weihnachtsmarkt oder eine schöne Veranstaltung besuchen, gemütlich essen gehen und und
und….Umso größer ist die Enttäuschung, dass Vieles nicht möglich ist und die Einschränkungen
die Stimmung trüben. Dazu kommen Existenzängste und Sinnkrisen, die noch schlimmer sind.
Trotz alledem wird es Advent. Gerade wenn es stockfinster wird, leuchtet das Licht umso heller und
klarer: Freue Dich, Dein König kommt. – Jesus, der Retter, ist da. Wir feiern Gottesdienst
im Namen Gottes, des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen. Unsere Hilfe

steht im Namen des Herrn, der Himmel und Erde gemacht hat.
Wir lesen aus Psalm 24: („Machet die Tore weit und die Türen in der Welt hoch“)
7 Tut euch weit auf, ihr mächtigen Tore, gebt den Weg frei, ihr uralten Pforten, damit der König
der Herrlichkeit einziehen kann. 8 Wer ist dieser König der Herrlichkeit? Es ist der HERR, stark
und mächtig, der HERR, mächtig im Kampf. 9 Tut euch weit auf, ihr mächtigen Tore, gebt den Weg
frei, ihr uralten Pforten, damit der König der Herrlichkeit einziehen kann. 10 Wer ist dieser König
der Herrlichkeit? Der allmächtige HERR, er ist der König der Herrlichkeit. //
Wir beten: Herr, höre uns. Wir reden von Hoffnung und sind voller Resignation; wir reden vom
Glauben und sind voller Zweifel; wir sprechen von Zukunft und werden mit der Vergangenheit
nicht fertig; wir reden von der Nachfolge, und es wird doch nur ein Hinterherhinken; wir predigen
vom Advent und siedeln uns doch fest an; wir sprechen vom Heil und gebieten der Heillosigkeit
keinen Einhalt. In diesem Widerspruch erkennen wir uns. Herr, höre unser Flehen, vergib uns
unseren Kleinmut und setze uns auf einen neuen Weg – mit Dir – zu Dir. Herr, erbarme Dich.
„Freue dich und sei fröhlich, du Tochter Zion! Denn siehe, ich komme und will bei dir wohnen,
spricht der Herr.“ (Monatsspruch für Dezember aus Sacharja 2,14)
Am Ziel wartet Freude

Freude! Die können wir am Jahresende gut gebrauchen. Denn Weihnachtsstimmung wird es nach
den Erfahrungen von 2021 sehr schwer haben. Wir haben Angst vor Ansteckung, Sorge vor
kletternden Preisen, leben in der Ungewissheit, ob eine neue Regierung den Berg an Aufgaben in
Griff bekommt. Das Alles und Vieles mehr drückt kräftig auf die Stimmung.
Hätte der Prophet Sacharja nach der Stimmung seiner Landsleute in Juda gefragt, sie hätten ihn
wahrscheinlich müde angelächelt oder gleich ausgebuht. Denn als Rückkehrer aus Babylon trafen
sie eine zerstörte Heimat an. Mit den Trümmern ihrer Vergangenheit wurden sie nicht fertig. Von
Hochstimmung keine Spur.

Freude muss von außen kommen.

Gott kommt selbst. Er schenkt einen neuen Anfang durch Jesus Christus.

Gottes Freudenansage hat triftigen Grund. Nicht die Tatsache, dass sie als ehemalige Gefangene
endlich nach Hause kommen, weckt große Freude, sondern das Versprechen: Gott selbst wird
kommen. Er kommt zu allen, die zu ihm gehören wollen. Gott kommt, um uns zu erlösen aus
Angst und Schuld, aus unserer Mut- und Perspektivlosigkeit.
Gott schenkt Freude, die in die Tiefe geht und unter uns nachhaltig wirkt.
Aber ist bei dieser Ankündigung nicht schon Enttäuschung vorprogrammiert? - Auf den ersten
Blick scheint es so. Denn Gott kommt in der Geburt seines Sohnes Jesus zwar in die Welt, „in sein
Eigentum“ wie Joh 1,11 sagt, „aber die Seinen nahmen ihn nicht auf“, anders übersetzt (Hfa) „wir
Menschen nahmen ihn nicht auf.“ Muss nicht Gott maßlos enttäuscht sein von uns?
Wir wissen aus der Weihnachtsgeschichte: Niemand will die Familie mit der hochschwangeren
Maria aufnehmen. Gibt es denn keine Verwandten oder Freunde, die dem jungen Paar zur Seite
stehen? Sind alle auf Distanz? Weit weg? Beziehungen eingeschlafen? - Ähnlich kommt es mir in
Kreisen der Gemeinde vor, die ja die Familie Gottes sein soll: Da ist kein Streit. Auch ist keiner
dem anderen böse. Aber man (be-)sucht sich nicht mehr. Nicht nur wegen Corona. Termine werden
kurzfristig per Handy abgesagt. Trifft man sich zufällig auf der Straße, stellt man mit Befremden
fest, dass man sich fast nichts zu sagen hat. Sind auch bei Ihnen Freundschaften eingeschlafen?
Meine Hoffnung auf neue Begegnungen gründet in der Freude, die Jesus Christus schenkt. Sie ist
stark. Sie überwindet Stimmungskiller. Sie lässt sich durch keine Umstände aufhalten. Gott fragt
nicht, ob ich gerade gut oder schlecht drauf bin, ob mir seine Ansage in den Kram passt oder nicht.
Er kommt mit seiner starken Liebe und „will bei dir wohnen.“ Aber er fällt nicht mit der Tür ins
Haus. Er möchte, dass Du Ihm öffnest, freiwillig. Vielleicht bist Du zaghaft, vorsichtig, sogar
zweifelnd. Aber trau Dich, der Freude, die Gott uns Menschen mit der Geburt des Erlösers schenkt,
Tür und Tor zu öffnen. Öffne Dein Herz und Deinen Verstand, Deine Sinne und Gefühl.
Dann werden nicht die Umstände Dein Weihnachtsfest bestimmen, sondern Gottes Freude wird
Dich aufrichten, stärken und Dir wirkliche Lebensfreude schenken. Am Ziel wartet die Freude auf
Dich! Denn siehe, ich komme und will bei dir wohnen, spricht der Herr.“
Zum Schluss noch eine erfreuliche Begegnung in Coronazeiten, die mir jemand postete:
Nicht zum ersten Mal blieb bei meinem alten Auto der Tankdeckel an der Zapfsäule zu. Nach
minutenlangem Versuchen, mit einer Plastikkarte dem Deckel "auf die Sprünge zu helfen", wandte
ich mich an den freundlichen jungen Mann hinter der Kasse. Der meinte zuversichtlich, das habe er
schon mehrfach gemeistert. Nach langem Mühen inklusive Würdigung eines Reparatur-Videos
kletterte ich aus dem Kofferraum. Die Zuversicht schien verbraucht. Ziemlich unschlüssig standen
wir so vor dem durstigen Auto. Da sagte ich spontan: "Ich werde mal beten!" (stilles Stoßgebet)
Dann drückten wir noch 2-, 3-mal eher lustlos auf dem Deckel herum. Der gab plötzlich seinen
Widerstand auf! Große Freude, und bei dem Tankwart auch Verwunderung. Zwischen Zapfsäule
und Auto entspann sich ein kurzes Gespräch über das Beten. Am meisten freut mich, dass der junge
Mann bejahte, dass wir alle eine lebendige Beziehung zu Jesus Christus brauchen.
Am Ziel wartet Freude auf uns. Die Vorfreude darauf erhelle Eure Wege! Amen!
Euch Allen einen gesegneten ersten Advent Euer Pfr. Joachim Grubert
Vater unser / Herr, wir bitten dich: Segne uns. Halte deine schützenden Hände über uns und gib uns
deinen Frieden. Amen! // Weitere Texte u Lieder: Mt 21,1-11 / Römer 13,8-12 / Wochenlied EG 4: Nun
komm der Heiden Heiland / EG 11: Wie soll ich dich empfangen / EG 13: Tochter Zion, freue dich

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