Am Ziel wartet die Freude

„Freue dich und sei fröhlich, du Tochter Zion! Denn siehe, ich komme und will bei dir wohnen, spricht der Herr.“(Monatsspruch für Dezember aus dem Prophetenbuch Sacharja 2,14)

Freude! Die können wir am Jahresende gut gebrauchen. Denn Weihnachtsstimmung wird es nach den Erfahrungen von 2021 schwer haben. Angst vor Ansteckung, Sorge vor kletternden Preisen, Ungewissheit, ob eine neue Regierung den Berg an Aufgaben in Griff bekommt. Das Alles und Vieles mehr drückt kräftig auf die Stimmung.

Hätte der Prophet Sacharja nach der Stimmung seiner Landsleute in Juda gefragt, sie hätten ihn wahrscheinlich müde angelächelt oder gleich ausgebuht. Denn die Rückkehrer aus Babylon trafen eine zerstörte Heimat an. Mit den Trümmern ihrer Vergangenheit wurden sie nicht fertig. Von Hochstimmung keine Spur. 

Freude muss von außen kommen. 

Nur Gott kann neuen Anfang schenken.

Gottes Freudenansage hat triftigen Grund. Nicht weil die Gefangenen nach Hause kommen, löst Freude aus, sondern weil Gott selbst zu seinen Leuten kommen wird, zu allen, die zu ihm gehören wollen. Wozu kommt er?  Gott kommt, um zu erlösen: aus Angst und Schuld, von Mut- und Perspektivlosigkeit. Gott schenkt uns Freude, die in die Tiefe geht und nachhaltig wirkt.

Aber ist bei dieser Ankündigung nicht Enttäuschung vorprogrammiert? -  Auf den ersten Blick scheint es so. Denn Gott kommt in der Geburt seines Sohnes Jesus zwar in die Welt, „in sein Eigentum“ wie Joh 1,11 sagt, „aber die Seinen nahmen ihn nicht auf“, anders übersetzt (Hfa) wir Menschen nahmen ihn nicht auf.“ Das kennen wir aus der Weihnachtsgeschichte: Niemand mochte die hoch-schwangere Maria und Josef aufnehmen. Mir fällt auf: Gibt es denn keine Verwandten oder Freunde, die dem jungen Paar zur Seite stehen? Sind alle auf Distanz? Weit weg? Beziehungen eingeschlafen?  - Ähnlich kommt es mir in Kreisen der Gemeinde, der Familie Gottes, vor: Da ist zwar kein Streit. Auch ist keiner dem anderen böse. Aber man (be-)sucht sich nicht mehr. Nicht nur wegen Corona. Da werden Termine kurzfristig per Handy abgesagt. Trifft man sich zufällig auf der Straße, stellt man mit Befremden fest, dass man sich fast nichts zu sagen hat. Sind auch bei Ihnen Kontakte und sogar Freundschaften eingeschlafen?

Meine Hoffnung auf neue Begegnungen gründet sich in der Freude, die Jesus Christus schenkt. Sie ist stark. Sie überwindet Stimmungskiller. Sie lässt sich durch keine Umstände aufhalten. Gott fragt nicht, ob ich gerade gut oder schlecht drauf bin, ob mir seine Ansage in den Kram passt oder nicht. Er kommt mit seiner starken Liebe und „will bei dir wohnen.“ Aber er fällt nicht mit der Tür ins Haus. Er möchte, dass Du ihm öffnest, freiwillig. Vielleicht bist Du zaghaft, vorsichtig, sogar zweifelnd. Aber trau Dich, der Freude, die Gott uns Menschen mit der Geburt des Erlösers schenkt, Tür und Tor zu öffnen: Dein Herz und Deinen Verstand, Deine Sinne und Gefühl.

Dann werden nicht die Umstände Dein Weihnachtsfest bestimmen, sondern Gottes Freude wird Dich aufrichten, stärken und Dir wirkliche Lebensfreude schenken. 

Am Ziel wartet die Freude auf Dich! Denn siehe, ich komme und will bei dir wohnen, spricht der Herr.“

Eine gesegnete Advents- und Weihnachtszeit wünscht Euch

Euer Pfarrer Joachim Grubert

 

Druckversion Druckversion | Sitemap
© Evangelische Kirchengemeinden Volpertshausen-Weidenhausen und Vollnkirchen