Zuhause Gottesdienste

Hier finden Sie unsere Gottesdienste die Sie Zuhause feiern können und kurze Impulse für zwischendurch.

2021 - Ein Jahr der Barmherzigkeit

Als vor drei Jahren die biblische Losung für das Jahr 2021 ausgewählt wurde, ahnte niemand etwas von einer Covid-19-Pandemie. Selten ist meiner Meinung nach eine Jahreslosung so treffend gewesen wie das Christuswort aus Lukas 6,36: „Seid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist.“ Unsere Jugendreferentin Ann-Julie Perschel hat es in der letzten Ausgabe des Gemeindebriefes

auf den Punkt gebracht: Barmherzigkeit ist nicht nur Mitleid, sondern konkretes Handeln. Viele haben in der Pandemie ihre Gesundheit, ihr Einkommen und auch ihre Zuversicht verloren. Sie brauchen dringend Hilfe. Die Milliarden, die ausgegeben werden, helfen allein nicht. Es braucht die Erfahrung: Mir greift jemand unter die Arme, stellt mich auf die Beine, ermutigt mich, erste Schritte zu gehen.  Neben den technisch-finanziellen Ressourcen brauchen wir die Ressource Barmherzigkeit: Liebe,  Sanftmut, Großzügigkeit, Treue, Geduld, die jeder von uns einbringen kann. Aber wer ehrlich mit sich selbst ist, erkennt, dass unsere menschliche Ressource Barmherzigkeit sehr begrenzt ist. Deswegen brauchen wir Gottes Barmherzigkeit. Seine Liebe und Gnade ist die einzige unerschöpfliche Quelle, die nie versiegt. Entdecken wir diese Quelle im Glauben an Jesus Christus, dann wird in unserem Land

der „christliche Grundwasserspiegel“ an tragenden Werten steigen. Gottes Güte ist immer da, selbst

wenn wir sie nicht wahrnehmen. Der Prophet Jeremia hat dies erfahren, als Israel völlig am Ende war, das Land zerstört, die Menschen getötet oder verschleppt, die Felder und Gärten verödet.

In den Klageliedern Jeremias (3,22.23) sagt er: Die Güte des HERRN ist's, dass wir nicht gar aus sind, seine Barmherzigkeit hat noch kein Ende, sondern sie ist alle Morgen neu, und deine Treue ist groß.“ Ohne Gottes Barmherzigkeit wäre es wirklich aus, Schluss, fertig. Generationen nach Jeremia bauten auf Gottes Zusage, die Jeremia hinterlassen hat, und erlebten einen Neuanfang. In der Coronazeit, die nun schon länger als ein Jahr anhält, habe ich als Seelsorger die Not von Familien gesehen, die Krankheit und Tod erlebten. Angehörige haben sich eingesetzt, um trotz Quarantäne die Mutter im

Krankenhaus zu besuchen oder den sterbenden Vater möglichst zu Hause zu behalten, um Tag und Nacht für ihn da zu sein. Schlimm waren Situationen, wo Abschied nicht mehr möglich war.

Not lehrt bekanntlich beten – und sie aktiviert Kräfte, Gutes zu tun und über den Buchstaben des Gesetzes hinaus schlicht das Notwendige im Sinne von Not wenden zu tun, damit das Menschliche nicht auf der Strecke bleibt.

Im Blick auf Ostern sind mir die Frauen ein Vorbild. Während die Männer frustriert irgendwo hocken, machen sich die Jüngerinnen auf den Weg zum Grab. Sie wollen Jesus einen letzten Akt von Barmherzigkeit und Menschenwürde erweisen, auch wenn es gefährlich ist, einem toten „Verbrecher“ so viel Ehre zu zeigen. Sie tun was, werden aktiv, nicht als Selbsttherapie, sondern weil sie den lieben, der ihr Ein und Alles ist. Darum werden gerade sie die ersten Zeugen von Jesu  Auferstehung: „Was sucht ihr den Lebenden bei den Toten? Er ist nicht hier, er ist auferstanden.“

(Lukas 24,5)

 

Von Herzen wünsche ich Euch: Entdeckt, dass Gottes Barmherzigkeit da ist. Sie ist die Ressource, die Eure Kräfte aktiviert, schwere Zeiten zu überstehen. Barmherzigkeit führt Dich über Dich selbst hinaus und Du wirst staunen, welche Kraft der Auferstandene durch Deinen Glauben in Dir bewirkt.

 

Eine gesegnete Osterzeit wünscht

Euch

Euer Pfarrer Joachim Grubert

 

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