Sonntag Estomihi        = Sei mir ein starker Fels (Psalm 31,3)

Wochenspruch:

„Seht, wir gehen hinauf nach Jerusalem, und es wird alles vollendet werden, was geschrieben ist durch die Propheten von dem Menschensohn.“ Lukas 18,31

 

 

Liebe Christen und alle, die Ihr diese Andacht in Händen habt!

Niemand legt es darauf an zu scheitern. Oder kennt Ihr einen Geschäftsmann, der Pleite gehen möchte, oder eine Politikerin, die bewusst Misstrauen gegen sich provoziert oder einen Häuslebauer, der zuletzt auf einer Ruine sitzen will? Ich nicht! Jeder will doch, dass sein Leben gelingt, Erfolg hat, Ziele erreicht. – Jesus kennt das Ziel seiner Erdentage. Es ist ein völlig anderes, als die Menschen, auch seine Jünger, von ihm erwarten. Jesus will nicht die politische Herrschaft übernehmen, ebenso wenig für alle sichtbar mit eisernem Stab Gerechtigkeit und Frieden durchsetzen. Das wird erst sein, wenn Er wiederkommt, „zu richten die Lebenden und die Toten.“ Jetzt geht Jesus seinem Tod entgegen. Bewusst und entschlossen! Was wie Scheitern aussieht, ist in Wahrheit Gottes Rettungsplan. Nur so können wir Menschen wirklich frei werden. Mit seinem Tod am Kreuz besiegt der Sohn Gottes die Macht der Sünde, die die eigentliche Ursache für alles Böse und Leid in dieser Welt ist. Mit seinem Leben bezahlt Er für unsere Schuld. Mit seiner Auferstehung schenkt er uns jetzt schon neues Leben, große Freude und Hoffnung. „Seht, wir gehen hinauf nach Jerusalem, und es wird alles vollendet werden, was geschrieben ist durch die Propheten von dem Menschensohn.“ D.h. Jesus weiht seine Jünger und uns in Gottes Plan ein. Vor allem lädt Jesus uns ein, im Vertrauen auf ihn seinen Weg mitzugehen. Mit Ihm wird unser Leben gelingen, sinnerfüllt sein, ein wunderbares Ziel erreichen. Aber nicht, indem wir Leid aus dem Weg gehen oder klein reden, sondern indem wir Not bewusst annehmen, verantwortlich handeln und mit der Kraft von Jesus überwinden lernen. Dafür lasst uns beten und den Herrn loben, indem wir Gottesdienst feiern

 

im Namen Gottes, des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

Unsere Hilfe steht im Namen des Herrn, der Himmel und Erde gemacht hat.

 

Mit Worten aus Psalm 31 beten wir: (Übersetzung „Hoffnung für alle“)

Bedrängt, bedrückt, aber nicht besiegt!

1 Ein Lied von David. 2 Bei dir, HERR, suche ich Schutz, lass meine Feinde nicht über mich triumphieren! Du bist ein gerechter Gott, darum hilf mir und rette mich! 3 Höre mein Gebet und komm mir schnell zu Hilfe! Bring mich in Sicherheit und beschütze mich wie in einer Burg, die hoch oben auf dem Felsen steht. 4 Ja, du bist mein schützender Fels, meine sichere Burg. Du wirst mich führen und leiten, um deinem Namen Ehre zu machen! 5 Du wirst mich aus der Schlinge ziehen, die meine Feinde mir heimlich gelegt haben! Ja, du bist meine einzige Zuflucht. 6 In deine Hände lege ich mein Leben, denn du wirst mich erlösen, HERR, du treuer Gott!

 

Wir beten: Himmlischer Vater, Deine Schöpfung ist wirklich gelungen. Alles hast Du herrlich gemacht. Wir staunen und danken Dir von ganzem Herzen für unser Leben. Von Anfang wusstest Du, dass wir Menschen Dein Geschenk der Freiheit durch Misstrauen und Stolz verspielen. Trotzdem hast Du in Deiner Liebe einen Rettungsplan für uns gemacht. Danke! Kyrie eleison: Herr, erbarme Dich.

Herr Jesus Christus. Es wäre Dir ein Leichtes, die Menschen zur Errichtung einer Herrschaft auf Erden für Dich zu gewinnen. Du bist bewusst einen anderen Weg gegangen, den Weg ans Kreuz. Danke, dass Du mein Leben und das aller Menschen, die Dir vertrauen, gesund machst durch Dein mächtiges Wort von Kreuz und Auferstehung. Christe eleison: Christus, erbarme Dich.

Heiliger Geist. Hilf uns, die Zeit vor Ostern als Passionszeit, Leidenszeit, zu erleben. Schenke uns Einfühlung/Empathie, damit wir selbst belastbar werden, Andere stärken und aufrichten können und damit ein gutes Zeugnis für Deine Botschaft werden. Kyrie eleison: Herr, erbarme Dich.

 

Wir lesen das Evangelium des Sonntages Estomihi aus Markus 8,31-38: („Hoffnung für alle“)

Dann erklärte Jesus seinen Jüngern zum ersten Mal, was ihm bevorstand: »Der Menschensohn muss viel leiden. Er wird von den führenden Männern des Volkes, den obersten Priestern und den Schriftgelehrten verurteilt und getötet werden. Aber nach drei Tagen wird er von den Toten auferstehen.« 32 So offen sprach Jesus von seinem Tod. Da nahm ihn Petrus zur Seite, um ihn von diesen Gedanken abzubringen. 33 Aber Jesus wandte sich um, sah seine Jünger an und wies Petrus scharf zurecht: »Weg mit dir, Satan! Was du da sagst, kommt nicht von Gott, sondern ist menschlich gedacht.«34 Jesus rief seine Jünger und die Menschenmenge zu sich und sagte: »Wer mein Jünger sein will, darf nicht mehr sich selbst in den Mittelpunkt stellen, sondern muss sein Kreuz auf sich nehmen und mir nachfolgen. 35 Denn wer sich an sein Leben klammert, der wird es verlieren. Wer aber sein Leben für mich und für Gottes rettende Botschaft aufgibt, der wird es für immer gewinnen. 36 Was hat ein Mensch denn davon, wenn ihm die ganze Welt zufällt, er selbst dabei aber seine Seele verliert? 37 Er kann sie ja nicht wieder zurückkaufen! 38 Wer sich nämlich vor dieser gottlosen und sündigen Generation schämt, sich zu mir und meiner Botschaft zu bekennen, zu dem wird sich auch der Menschensohn nicht bekennen, wenn er mit den heiligen Engeln in der Herrlichkeit seines Vaters kommen wird.«

 

Eines der großartigsten, zugleich schwierigsten Jesusworte. Nur einige Gedanken dazu von mir:

Jesus legt es nicht auf Scheitern an, sondern auf Siegen. Aber nicht Leidvermeidung führt zum Ziel, sondern Leidübernahme. Populär ist das nicht. Selbst ein Jünger wie Petrus wehrt sich hartnäckig, wo er sich doch kurz zuvor zu Christus bekannte. Die Erfolgsrezepte dieser Welt versprechen Gewinn mit möglichst wenig Einsatz und Risiko. Für eine Weile kann das funktionieren  - bis zum Totalverlust. Der springende Punkt, der Dir unendlich schwer fällt, aber im vollen Vertrauen auf Jesus leicht wird, ist dieser: Hör auf, Dich um Dich selbst zu drehen! Beginne stattdessen täglich zu fragen: Herr, was ist Dir wichtig? Was ist Dein Wille für mich! Prüfe Dich im Gebet, mit Bibellesen, im Gespräch mit Christen - und setze Dich dann für das ein, was Du als richtig erkannt hast. 

Lass Dich selbst los! – Du wirst eine innere Ruhe, einen nie gekannten Frieden erfahren. Klammerst Du aber, verlierst Du Deine Seele, alles. Bekennst Du Dich zu Christus als Deiner Lebensmitte, gewinnst Du die Freude des ewigen Lebens, das jetzt schon beginnt. Unser Leben, besonders jetzt in der Pandemie, gleicht einem Fahren auf Sicht, einem Stochern im Nebel zwischen vager Hoffnung und schleichender Resignation. Nimm bewusst „Dein Kreuz“ auf Dich, Dein „Paket“ an unerledigten Aufgaben und unbewältigten „Lasten“. Du wirst erfahren, dass Gott Dich trägt und Jesus in Dir siegt. Von Herzen wünsche ich Euch einen gesegneten Sonntag. Euer Pfarrer Joachim Grubert

Ein Lied von Wolfgang Tost mit dem Text des Evangelisten Theo Lehmann:

Ref. Was nützt es dem Menschen, wenn er die Welt gewinnt, sich selbst verliert und Schaden nimmt? Überflieger, Wellenreiter, Bungee-Fan und Superchrist - über allem hoch erhaben, bis er schließlich einsam ist. Ref. Bodybilder, Schönhitsguru, Märchenprinz, und Don Juan - immer nur sich selbst bespiegeln, endet glatt im Größen-Wahn. Ref. Wundereheiler, Wortverdreher, Scheinprophet und Scharlatan - Macht genießen und missbrauchen greift die eigne Seele an. Ref. Partylöwe, Sprücheklopfer, Lebemann und Fernsehstar - Frau und Kinder sitzenlassen, weil die andre jünger war. Ref. Topverdiener, Wohlstandsbürger, Egoist und Spekulant - Geld gemacht und Gott vergessen und am Ende ausgebrannt.  Ref.

Vater unser im Himmel….. Herr, segne uns und behüte uns. Lass dein Angesicht über uns leuchten und sei uns gnädig.  Erhebe dein Angesicht auf uns und gib uns deinen Frieden. Amen. 

Weitere Bibeltexte:  1. Kor 13 / EG 401: Liebe, die du mich… / Wochenlied BB 43: Lobe den Herrn

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