Gottesdienst zum                                     2. Sonntag nach Epiphanias

 

 

Wochenspruch:

Von seiner Fülle haben wir genommen Gnade um Gnade.

Johannes 1,16

 

 

Liebe Christen und alle, die Ihr diese Andacht in Händen habt!

Aus dem Vollen schöpfen. So habe ich mich gefühlt, als ich meine erste Pfarrstelle antrat. Nach Studium, Vikariat und Probezeit durfte ich endlich aus dem Vollen schöpfen, mit vielen Ideen und Gedanken die gute Nachricht von Jesus unter die Leute bringen. Das war eine wunderbare Erfahrung. Nur: Irgendwann ist jeder er-schöpft, der seinen Vorrat nicht nachfüllt, sein Kräfte-Akku nicht nachlädt. Diese Erfahrung musste – oder soll ich sagen: durfte? – ich machen. Mir ist aufgegangen: Alle meine Begeisterung, Freude, mein Ideenreichtum ist begrenzt. Aber es gibt einen, der die unerschöpfliche Quelle wahren Lebens ist und alles neu macht: Jesus Christus. „In ihm wohnt die Fülle der Gottheit“sagt der Apostel Paulus (Kol 2,9). Jesus ist das volle Leben Gottes. Der Evangelist Johannes staunt mit allen Aposteln als Augenzeuge des auferstandenen Christus: „Von seiner Fülle haben wir genommen Gnade um Gnade.“ Anders übersetzt (Hfa): „Aus seinem göttlichen Reichtum hat er uns immer wieder mit seiner grenzenlosen Liebe beschenkt.“Wer Jesus vertraut, sich seiner Liebe öffnet, der kann ein Leben lang und darüber hinaus aus dem Vollen schöpfen. In der Freude über unseren herrlichen Gott feiern wir Gottesdienst

 

im Namen Gottes, des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

Unsere Hilfe steht im Namen des Herrn, der Himmel und Erde gemacht hat.

 

Mit Worten aus Psalm 40 beten wir den Herrn an:

2 Voll Zuversicht hoffte ich auf den HERRN, und er wandte sich mir zu und hörte meinen Hilfeschrei. 3 Ich war in eine verzweifelte Lage geraten – wie jemand, der bis zum Hals in einer Grube voll Schlamm …steckt! Aber er hat mich herausgezogen und auf festen Boden gestellt. Jetzt haben meine Füße wieder sicheren Halt. 4 Er gab mir ein neues Lied in meinen Mund, einen Lobgesang für unseren Gott. Das werden viele Leute hören, sie werden den HERRN wieder achten und ihm ganz neu vertrauen. 5 Glücklich ist, wer sein Vertrauen auf den HERRN setzt und sich nicht mit den Überheblichen und den Lügnern einlässt! 6 HERR, mein Gott, du bist einzigartig! Du hast so viele Wunder getan, alles hast du sorgfältig geplant! Wollte ich das schildern und beschreiben – niemals käme ich zum Ende! 7 Dir geht es nicht um Schlachtopfer und andere Gaben; du verlangst keine …Sündopfer von mir. Sondern offene Ohren hast du mir gegeben, um auf dich zu hören und dir zu gehorchen. 8 Deshalb antworte ich: »Herr, hier bin ich! Was im Buch des Gesetzes steht, das gilt mir. 9 Ich will gerne deinen Willen tun, mein Gott, dein Gesetz ist mir ins Herz geschrieben.« 10 Vor der ganzen Gemeinde erzähle ich voll Freude, wie gerecht du bist und handelst. HERR, du weißt: Nichts kann mich abhalten, davon zu reden! 

 

Wir beten: Lieber himmlischer Vater. Allmächtig bist Du und zugleich barmherzig, gerecht und voller Güte. Danke, dass Du unsere Gebete hörst. Auch wenn wir Dich oft nicht verstehen, Du verstehst uns. Zeige uns den richtigen Weg, damit wir ihn mit Deiner Hilfe gehen können.

Kyrie eleison: Herr, erbarme Dich.

 

Danke, lieber Herr Jesus. Du bist wahrer Gott und wahrer Mensch.  Wir staunen über Deine unerschöpfliche Liebe und Geduld mit uns. Du vergibst allen, die aufrichtig ihre Schuld bereuen. Mache uns zu Menschen, die in der Freude leben, Deine Kinder zu sein. Christe eleison: Christus, erbarme Dich.

 

Danke, Heiliger Geist, Du schenkst uns neue Kraft, Mut und Liebe. Danke, dass wir durch Dich aus dem Vollen schöpfen können. Kyrie eleison: Herr, erbarme Dich.

 

Als Evangelium lesen wir Johannes 2,1-11: Die Hochzeit zu Kana – Wasser zu Wein.

Wollte Jesus als Wundertäter groß raus kommen, hätte er es anders begonnen: draußen, öffentlich, vor wichtigen Leuten.Stattdessen geschieht sein erstes Wunder drinnen, unbemerkt, sozusagen beim „Küchenpersonal“.“ Und wie immer tut Jesus nicht von sich aus Wunder. Er wird gebeten. 

(1) Jesus wirkt Wunder, mit denen Du nicht rechnest. Vom Messias wird erwartet, dass er durchgreift. Die korrupten Priester soll er aus dem Tempel, König Herodes aus seinem Palast werfen und die Römer über das Meer nach Hause schicken. Doch Jesus setzt einen betont fröhlichen Akzent. Den israelitischen Propheten fehlte diese unbeschwerte Heiterkeit. Ihre Botschaft war zu ernst für Spaßeinlagen. Einig waren sich alle Gottesboten: Wenn Gott endlich durchgreift, ist Schluss mit lustig. Und bei Jesus? Er besucht eine Hochzeit. Lässt Du, lieber Leser, zu, dass Gott Dir mitten in Deinen größten Alltagssorgen Freude schenkt, mit Deinen Lieben zu feiern, überraschend Schönes zu erleben oder Gutes zu tun?

(2) „Seine Jünger glaubten an ihn.“ (Vers 11) Darauf kommt es an: Dass wir IHM glauben! Die meisten Gäste merken davon nichts. Weder den peinlichen Vorfall, dass der Wein ausgeht noch das Wunder, dass Jesus Wasser in Wein verwandelt. Als Jünger dürfen wir erkennen, mit wem wir es bei Jesus zu tun haben: mit dem lebendigen Gott: „Er offenbarte seine Herrlichkeit,“ schreibt Johannes. (Vers 11). Was Jesus auszeichnet, ist seine unerschöpfliche Großzügigkeit. Er kleckert nicht, er schenkt in großer Menge nach. Seine Gegner werden ihn deshalb als „Fresser und Weinsäufer“ diffamieren. Sie verkennen, dass jede echte Beziehung zu Gott nicht Genussminderung zur Folge hat, sondern Daseinssteigerung. Von dieser Seite kennen selbst viele Christen den Herrn Jesus nicht. 

(3) Im Himmel wird es sein wie bei einer Hochzeit. Jesus, seine Mutter und seine Brüder sind in Kana eingeladen. Vielleicht, weil sie Verwandte sind. Jesus lädt uns und jeden Menschen zu seiner ewigen Hochzeit ein. Glaubst Du, dass Er der Sohn Gottes ist, der Retter, der für Deine Sünde starb und auferstanden ist, damit Du jetzt und für immer ewiges Leben gewinnst, dann keimt schon jetzt himmlische Freude in Dir auf. Was für ein herrliches Bild für die Ewigkeit: Die mit Gott versöhnte Menschheit in unbeschreiblicher Freude und treuer Liebe vereint in einer himmlischen Hochzeit. Und Du bist dabei: Wenn Du bereit bist, zu glauben, dass Jesus in Deinem Leben Wunder wirken kann.

 

Mit einer Hochzeit einfacher, namenloser Leute beginnt unser Retter und Heiland sein öffentliches Wirken. Ein bewusster Kontrast zu vielen Promi-Hochzeiten, die bald in Skandalen enden. Etwa zur selben Zeit um das Jahr 28 heiratete in Rom Agrippina (aus Köln), die jüngere Schwester des späteren Kaisers Caligula, einen stadtbekannten Sadisten. Aus ihrer lieblosen Ehe ging Nero hervor, der Kaiser, der wie Herodes seine eigene Familie massakrierte und Christen verfolgte. Wie anders die Hochzeit zu Kana. Gerade bei den ärmeren Menschen ist sie der Höhepunkt des Lebens, die HOCH-Zeit, für die alles gegeben wird, um siebe Tage unbeschwert feiern zu können. Jesus macht sie zum Anfang seines Weges zu uns Menschen. Epiphanias heißt: ERSCHEINUNG. Gottes Herrlichkeit ist seit Christi Geburt in unserer Welt. Wer dies im Glauben erkennt wie die Jünger, wird SEINE HERRLICHKEIT in allem, was kommt, nie vergessen. Wir werden Niederlagen überstehen und Wunder der Freude erleben.

Von Herzen wünsche ich Euch allen eine gesegnete Epiphaniaszeit. Euer Pfarrer Joachim Grubert

Vater unser im Himmel. Geheiligt werde dein Name. Dein Reich komme. Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden. Unser tägliches Brot gib uns heute. Und vergib uns unsere Schuld,  wie auch wir vergeben unseren Schuldigern. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen. Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlich­keit in Ewigkeit. Amen.

Herr, segne uns und behüte uns. Lass dein Angesicht über uns leuchten und sei uns gnädig. 

Erhebe dein Angesicht auf uns und gib uns deinen Frieden. Amen. 

Weitere Bibeltexte:  2. Mose 33,18-23 / 1. Kor 2,1-10 /EG 74 und 398 / Our God (BB17 Feiert Jesus)

 

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