Gründonnerstag

Eine Auslegung von Pfarrer Joachim Grubert mit herzlichen Grüßen 

Liebe Schwestern und Brüder!

Mahlzeiten begleiten unseren Tag. Frühstück, Mittag, Kaffeetrinken, Abendbrot. Besonders im Alter sorgen Mahlzeiten für Abwechslung und Begegnung. In Coronazeiten ist das alles sehr eingeschränkt möglich. 

Unser Herr Jesus lebte jeden Tag Tischgemeinschaft mit seinen Jüngern. Es war eine gute Gewohnheit. Sie lernten einander kennen und lieben, tauschten Fragen und Erfahrungen aus und stärkten ihre Verbundenheit. Auch die jüdischen Feste zu feiern war für sie selbstverständlich. Uns Christen ist es seit der Pandemie kaum möglich, Abendmahl zu feiern. Aus-gerechnet der Gründonnerstag, der Gedenktag an die Stiftung des Heiligen Abendmahls durch unseren Herrn und Heiland Jesus Christus, fällt in unseren evangelischen Gemeinden aus. 

Das Abendmahl fehlt uns sehr! Wir vermissen den persönlichen Zuspruch: „Christi Leib, für Dich gegeben“ und „Christi Blut, für Dich vergossen.“ Die innigsten Gottesdienste habe ich persönlich im Altenheim erlebt. Wenn ich die Oblate in den Kelch tauchte und den Abendmahlsgästen in den Mund legte, ihnen Gottes Wort persönlich zusprach und segnend meine Hand auf ihre Schulter legte, da sah ich Trost und Dankbarkeit in vielen Augen und Tränen der Freude.

Was für einen wunderbaren Gott wir haben! Allmächtig ist er, unfassbar unendlich, ewig. Und doch hat er sich klein gemacht in einem Kind, berührbar im Menschen Jesus und für uns im Abendmahl sichtbar unter Brot und Wein. „Schmecket und sehet, wie freundlich der Herr ist. Wohl dem, der auf ihn trauet.“ (Psalm 34,9).

Ob Gott durch Corona eine neue Sehnsucht nach inniger Gemeinschaft wecken will? Wenn wir Gott wirklich lieben, dürfen wir gewiss sein, dass uns alle Dinge zum Guten, ja zum Besten dienen (Römer 8,28). Gott gebraucht Krisen, damit wir nach- und Umdenken. Er will, dass wir umkehren zu IHM. Da wir zur Zeit Leib und Blut unseres Herrn Jesus nicht genießen können, lasst uns stattdessen Folgendes tun:

 

  1. Entdecke Gottes Wort als Nahrung Deiner Seele  

Bitte lies täglich die Bibel, und wenn es nur ein kleiner Abschnitt ist. Sprich ein Gotteswort, das Dir lieb und wichtig ist, laut vor und sinne darüber Tag und Nacht, wie es in Psalm 1 heißt. Ich garantiere: Es wird Dir zur geistlichen Speise werden, zu Trost und Freude, besonders dann, wenn unser Leib so ermattet ist, dass er Anderes nicht mehr aufnehmen kann.

  1. Prüfe, ob Du bereit bist, dem heiligen Gott zu begegnen.

Warst Du immer innerlich vorbereitet, als Du das Heilige Abendmahl empfingst? Manchmal gingst Du zum Abendmahl, weil es gerade im Gottesdienst gefeiert wurde. Der Apostel Paulus sagt aber, dass wir das Abendmahl würdig empfangen sollen. Es heißt in 1. Kor 11,29: „Denn wer davon nimmt, ohne zu bedenken, dass es hier um den Leib Christi geht, der liefert sich selbst dem Gericht Gottes aus.“ Gott will uns „erziehen“, heißt es in Vers 32, damit wir nicht mit der gottlosen Welt verurteilt werden. Darum sollen wir „warten“(Vers 33), bis wir verstehen, dass wir es mit dem lebendigen Gott zu tun haben. Prüfe Dich! Hast Du Deinem Nächsten vergeben und um Vergebung gebeten! Dann bist Du bereit, Leib und Blut unseres Herrn zum ewigen Leben zu empfangen.

  1. Freue Dich auf die Gemeinschaft im Himmel

Für Jesus war das Abendmahl, das er für die Kirche als Sakrament einsetzte, sein erstes und auf Erden zugleich sein letztes Abendmahl. Mit Blick auf die Zukunft verspricht Christus: „Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, dass ich nicht mehr trinken werde vom Gewächs des Weinstocks bis an den Tag, an dem ich aufs Neue davon trinke im Reich Gottes.“  Warum scheuen sich viele Christen, vom Himmel zu sprechen? Wenn ich von unserem Ziel, dem Himmel predige, dann sehe ich nicht nur bei den Senioren die Herzen aufgehen, sondern auch bei vielen anderen. Um sich auf den Himmel zu freuen, muss man nicht lebensmüde sein. Himmelsgewissheit ist kein Vertrösten aufs Jenseits, sondern Getrostsein im Hier und Heute.

Wir beten: Herr Jesus Christus, wir vermissen die Nähe von Menschen. Noch mehr vermissen wir die Gemeinschaft des Abendmahls. Du bist trotz aller widrigen Umstände da. Lass uns gewiss sein, dass Du uns durch Deinen bitteren Tod am Kreuz und Deine wunderbare Auferstehung erlöst hast und berufen zum ewigen Leben. Wir wollen Dein Wort hören, uns mit Hilfe des Heiligen Geistes prüfen und uns auf den Himmel freuen. Amen!

 

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