Ostern

Eine Auslegung von Pfarrer Joachim Grubert mit herzlichen Grüßen 

Liebe Schwestern und Brüder, 

Trotz allem wird es Ostern. Der Herr ist auferstanden – Er ist wahrhaftig auferstanden! „Dass Jesus siegt, bleibt ewig ausgemacht, sein wird die ganze Welt; denn alles ist nach seines Todes Nacht in seine Hand gestellt.“ (EG 375) Diese Gewissheit, dass das Leben siegt, bleibt bestehen. 

Auch wenn wir als Presbyterium entschieden haben, in diesem Jahr wegen der Pandemie weniger Gottesdienste an den Feiertagen anzubieten und diese z.T. draußen, wird das liebe Evangelium, die gute Botschaft vom Sieg Christi über Sünde, Tod und Hölle in die Häuser gebracht und viele traurige Herzen froh machen.

Krankheiten und Pandemien kommen und gehen – die Heilung, die wir durch Jesus für unser ganzes Leben empfangen dürfen, bleibt ewig.

Entscheidungen in Politik und Gesellschaft können morgen schon überholt sein – Gottes Entscheidung, uns durch Christus zu erlösen, gilt für alle Zeit.                        Drum bau Dein Leben auf Jesus und Du wirst für immer bestehen!

Der Schriftsteller Arnold Stadler äußerte kürzlich: „Die Virologen haben die Rolle der Theologen übernommen. Corona-Experten sind die neuen Hohe-priester einer neuen, diesseitigen Gesundheitsreligion.“ Ticken wir wirklich so? Blicken wir gebannt auf Experten und Politiker wie das berühmte Kaninchen auf die Schlange? Oder sind wir es überdrüssig, ständig über unsere Eigenverantwortung hinweg bestimmt zu werden? 

Ich bin trotz aller Kritik dankbar, in einem demokratischen Rechtsstaat leben zu dürfen. Um Entscheidungen muss gerungen, mitunter gestritten werden. Trotz Enttäuschungen und Skandalen geben Politiker und Wissen-schaftler ihr Bestes. Aber sie können irren und sehen nur einen Ausschnitt der Wirklichkeit. „Verlasst euch nicht auf Fürsten; sie sind Menschen, die können ja nicht helfen.“ (Psalm 146,3) sagt Gottes Wort. Andererseits: „Der Herr will, dass ihr euch den menschlichen Ordnungen und Gesetzen fügt.“ (1. Petrus 2,13) In dieser Spannung von kritischer Distanz und Loyalität dürfen wir als Christen handeln und sind verpflichtet, durch Eigenverantwortung und Nächstenliebe mitzuhelfen, dass sich das Virus nicht ausbreitet. Zugleich aber sollen wir den Schwachen und Einsamen in unserer Nähe (den Nächsten eben) Zuspruch geben und Hilfe sein. 

Noch dankbarer bin ich, dass (Hebr 4,14) „wir einen großen Hohepriester haben, der vor Gott für uns eintritt. Er, der Sohn Gottes, ist durch den Himmel bis zu Gottes Thron gegangen.“ Er versteht unsere Schwächen und ist zum Mitleid fähig (V 15). „Jesus Christus musste mit denselben Versuchungen kämpfen wie wir, doch im Gegensatz zu uns hat er nie gesündigt.“  Ohne Sünde, ja irrtumslos (V 16) „tritt er für uns ein, daher dürfen wir mit Zuversicht ohne Angst zu Gott kommen. Er wird uns seine Barmherzigkeit und Gnade zuwenden, wenn wir seine Hilfe brauchen.“

Jesus Christus ist der Herr der ganzen Wirklichkeit. Als Auferstandener bewegt er sich von einer Wirklichkeit in die andere. Der Evangelist Johannes erzählt, dass Jesus trotz verschlossener Türen und Fenster plötzlich in die Mitte der Jünger trat und sie grüßte: „Friede sei mit euch!“ Der Apostel Paulus listet (1. Kor 15) die vielen Zeugen auf, denen der Auferstandene erschien. Einmal waren es mehr als 500 Gläubige. 

Mich bewegen die vielen Berichte aus der islamischen Welt. Dort ereignen sich zur Zeit eine einzigartig grausame und umfassende Vernichtung der alten orientalischen Christenheit und gleichzeitig eine nie dagewesene Hinwendung zum christlichen Glauben. Warum? Weil Christus Menschen in Träumen und Visionen erscheint, Viele heimlich das Evangelium über TWR (dazu gehört der ERF Wetzlar) empfangen und noch mehr von der Gewalt und Lebensfeindlichkeit ihrer Religion enttäuscht sind. 

Alles bewegt und verändert sich. Auch unsere christliche Gemeinde erlebt einen raschen Wandel. Traditionen sterben, Vertrautes schwindet. Aber unsere menschliche Sehnsucht nach dem Echten, Wahren, Guten und Schönen wird offen sein für das Wort des Lebens, den lebendigen Gott, der in Jesus Christus Fleisch und Blut, wahrer Gott und wahrer Mensch wurde. Es „war von Anfang an da. Wir haben es selbst gehört. Ja, wir haben es sogar mit unseren eigenen Augen gesehen und mit unseren Händen berührt.“ (1. Joh 1,1) So staunen die ersten Christen ähnlich dem zweifelnden Jünger Thomas. Der wollte den Auferstandenen unbedingt an seinen Wundmalen berühren. Stattdessen geht er auf die Knie und bekennt: „Mein Herr und mein Gott“ (Joh 20,28). Von Herzen wünsche ich Euch Auferstehungsfreude, Liebe und Besonnenheit und dass Ihr staunt, wie Gott uns wunderbar führt. Frohe Ostern! 

Euer Pfarrer Joachim Grubert

 

 

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