„Siehe, ich mache alles neu.“ Offenbarung 21,5
Alles neu? Wer kann sich das heute noch leisten?
Ein neues Haus oder einen rundum sanierten
Altbau? Die Neugründung einer Firma oder eines Gewerbes, die mit großen Risiken verbunden ist?
Auch eine „Grundsanierung“ der Gesundheit ist
teuer und ändert nichts an der Tatsache, dass
unser Körper alt wird oder es längst schon ist.
Mancher, der oder die das liest, hat selbst in
seinem Leben einen „Neustart“ erlebt oder sogar mehrere: einen Stellenwechsel, Umzug, eine neue Beziehung oder Ehe. „In jedem Anfang wohnt ein Zauber inne“, schrieb Hermann Hesse.
Das stimmt. Als ich vor 15 Jahren nach Volpertshausen zog, war das für mich und meine Familie ein Neustart, auf den ich dankbar zurückblicke.
Übrigens nehme ich mit der „Ertüchtigung“
unserer Kirche in Volpertshausen eine Art
Neubeginn unserer Gemeinde wahr. Die
Offenheit ausstrahlenden hellen Räume locken
schon in der kurzen Zeit nach der Wieder-
eröffnung am 26.10. sehr viele Besucher an.
Trotzdem trägt aller Neuanfang das
„Verfallsdatum“ in sich. Auch das Neueste wird
irgendwann alt sein. Und wer die von Krise zu
Krise taumelnde Welt betrachtet, der rechnet
noch weniger mit Neuanfängen irgendwelcher
Art, ob wirtschaftlich oder politisch.
Warum sollte, warum könnte irgendjemand
wirklich alles neu machen?
►Weil es Gott, der Herr ist, der diesen Kosmos
und alles Leben aus dem Nichts erschaffen hat.
Er allein hat die Macht, alles neu zu machen.
►Weil dieser Gott als liebender Vater seinen
Sohn in die Welt sandte. Als wahrer Mensch und wahrer Gott hat er die Sünde am Kreuz und den Tod mit seiner Auferstehung besiegt. Weil er uns unendlich liebt, will er alles neu machen.
►Weil er will, dass wir Menschen freiwillig die
rettende Liebe Gottes mit unserem Ja beant-
worten. Wenn Du das heute tust, wird Jesus in
Dir heute einen neuen Menschen aus Dir
machen. Fehlerlos wirst du zwar nicht. Aber weil Du durch Jesus mit Gott verbunden bist, wird in Dir ein tiefer Friede, eine Freude und Hoffnung wachsen, die Du vorher nicht kanntest.
„Siehe, ich mache alles neu.“ Der Apostel
Johannes sieht in einem Bild Jesus Christus am
Ende der Zeiten auf dem Thron sitzen. Er wird
Gericht halten. Gerechtigkeit wird er für alle
schaffen. Und „Gott wird abwischen alle Tränen
von ihren Augen, und der Tod wird nicht mehr
sein, noch Leid noch Geschrei noch Schmerz
wird mehr sein; denn das Erste ist
vergangen.“(Vers 4)
Ohne diese Gewissheit, dass Er alles neu macht, könnten wir „einpacken“ mit dieser Welt (und mit uns?). Aber mit dieser Gewissheit, dass Gott alles, wirklich alles, ohne Altes „aufzupolieren“, neu
macht, lässt sich wunderbar und hoffnungsfroh leben.
Von Herzen wünsche ich Euch / Ihnen ein
gesegnetes Jahr und einen guten Neuanfang – im Vertrauen auf den lebendigen Gott.
Euer Pfarrer Joachim Grubert